März 2024 · Jemke Green IT Redaktion · 6 Min. Lesezeit
Umicore: 95% Kobalt-Rückgewinnung technisch möglich
Kobalt steht für eine der schmutzigsten Lieferketten der Elektronik. Die gute Nachricht: Technisch lässt sich der Großteil aus Altakkus zurückgewinnen – und wieder zu neuen Kathoden verarbeiten.
Rohstoff-Visualisierung · Jemke Green IT
Vom Altakku zurück zur Kathode
Das belgische Materialtechnologie-Unternehmen Umicore betreibt in Hoboken bei Antwerpen eine der größten Recyclinganlagen für Edel- und Sondermetalle weltweit und verarbeitet auch Lithium-Ionen-Akkus. Über eine Kombination aus pyro- und hydrometallurgischen Verfahren lassen sich Kobalt, Nickel und Kupfer mit sehr hohen Quoten zurückgewinnen – Kobalt in der Größenordnung von rund 95%.1,2
Warum das so wichtig ist
Ein großer Teil des weltweiten Kobalts stammt aus der Demokratischen Republik Kongo, teils aus Kleinstminen mit gefährlichen Bedingungen und Kinderarbeit. Jedes Kilogramm Kobalt, das aus einem Altakku zurückkommt, muss nicht neu abgebaut werden. Recycling spart außerdem erhebliche Mengen Energie gegenüber der Primärgewinnung.
Wo es noch hakt
Die Technik ist da – das Problem ist die Sammlung. Solange Akkus im Restmüll, in Schubladen oder auf informellen Wegen landen, erreichen sie die Anlagen nicht. Die neue EU-Batterieverordnung schreibt deshalb steigende Sammel- und Verwertungsquoten sowie einen Mindestanteil recycelten Materials in neuen Akkus vor.3
Der Hebel für jeden
Akkus und Altgeräte gehören in die getrennte Sammlung – nie in den Hausmüll. Nur was korrekt zurückgegeben wird, kann von Anlagen wie der von Umicore in den Kreislauf zurückgeholt werden.
Quellen & Literatur
- Umicore. Battery recycling. umicore.com
- Umicore. Closing the loop – recycling rechargeable batteries. umicore.com/sustainability
- Europäisches Parlament und Rat (2023). Verordnung (EU) 2023/1542 über Batterien und Altbatterien. EUR-Lex