Oktober 2024 · Jemke Green IT Redaktion · 6 Min. Lesezeit
Batterie-Pässe ab 2027 — das Ende der Blackbox
Ein Akku war bisher eine Blackbox: Herkunft, Zusammensetzung und Recyclingfähigkeit blieben verborgen. Die EU-Batterieverordnung macht damit Schluss – mit einem digitalen Pass für jede größere Batterie.
Rohstoff-Visualisierung · Jemke Green IT
Was die EU-Batterieverordnung vorschreibt
Die Verordnung (EU) 2023/1542 über Batterien und Altbatterien ist eines der ehrgeizigsten Stoffstromgesetze der EU. Sie deckt den gesamten Lebenszyklus ab – von der Produktion über die Nutzung bis zum Recycling – und führt schrittweise weitreichende Pflichten ein.1
Der digitale Batteriepass
Ab Februar 2027 brauchen bestimmte Batterien – etwa für E-Autos und größere Industriebatterien – einen digitalen Batteriepass, abrufbar über einen QR-Code. Er dokumentiert unter anderem Zusammensetzung, CO₂-Fußabdruck, recycelten Materialanteil und Informationen für Reparatur und Recycling.2 Was drin steckt, wird damit erstmals systematisch nachvollziehbar.
Recycelter Mindestgehalt und Sammelziele
Die Verordnung schreibt zudem steigende Sammel- und Verwertungsquoten sowie einen verpflichtenden Mindestanteil recycelten Kobalts, Lithiums, Nickels und Bleis in neuen Batterien vor. Und sie verlangt, dass Gerätebatterien für Endnutzer leichter wechselbar werden – ein direkter Schlag gegen geplante Obsoleszenz.
Warum das auch kleine Geräte betrifft
Auch wenn der Pass zunächst bei großen Batterien beginnt, setzt die Verordnung einen Standard für die ganze Branche: mehr Transparenz, bessere Reparierbarkeit, höhere Recyclingquoten. Für Reparatur- und Refurbished-Betriebe ist das eine gute Nachricht – tauschbare Akkus verlängern Gerätelebensdauern erheblich.
Quellen & Literatur
- Europäisches Parlament und Rat (2023). Verordnung (EU) 2023/1542 über Batterien und Altbatterien. EUR-Lex
- Europäische Kommission. Batteries – sustainability requirements & battery passport. ec.europa.eu
- Umweltbundesamt. Neue EU-Batterieverordnung. umweltbundesamt.de